Fight & Write 

Selbstverteidigung & Kreatives Schreiben 

Der innovative Ansatz von „Fight & Write“ verbindet Selbstverteidigung  und Kreatives Schreiben zu einem ganzheitlichen Workshopangebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. In einem lebendigen Wechsel von körperlichen Übungen, Reflexion und Schreibsessions entdecken und erweitern die Teilnehmenden ihre körperlichen und sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten, setzen Grenzen, bewältigen Probleme, vertrauen sich anderen an und machen mit allen Sinnen eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit. 

Wie geht Fight & Write?

Methodisch wechselt der Workshop zwischen Kampfkunstübungen, Schreibsessions, Gruppendiskussionen. Die Teilnehmenden kommen zu raschen Erfolgserlebnissen, erfahren Feedback und Wertschätzung. Am Ende des Workshops können alle die möchten ihre Texte im Rahmen einer kleinen Lesung vortragen. 

 

Der genaue Ablauf, die inhaltliche Schwerpunktsetzung, die zeitliche Struktur (Pausen etc.) werden auf die jeweilige Gruppe, auf die Anzahl und das Alter der Teilnehmenden und auf die räumlichen Gegebenheiten abgestimmt. 

 

Wir bieten eine Basis-Version an, die 5 Zeitstunden inklusive Pausen umfasst - ideal für einen Schulvormittag von 08:00 bis 13:00 Uhr. Daneben sind auch ganz- und mehrtätige Workshops denkbar, etwa als Wochenendseminar, um einzelne Aspekte zu vertiefen und eventuell auch eine öffentliche Präsentation (Theater, szenische Lesung o.ä.) anzubieten. 

 

Die Inhalte variieren dabei je nach Alter: 

· Bei Kindern im Grundschulter geht es um Selbstbehauptung, Umgang mit Mobbing und die Fähigkeit, Grenzen zu setzen – aber eben auch darum, sich im Zweifel aktiv gegen Übergriffe verteidigen zu können: angefangen von Gefahren auf dem Schulweg bis hin zu grenzüberschreitendem Verhalten von anderen Personen 

· Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich u.a. mit Dominanzgebaren und Übergriffigkeiten auf dem Schulhof, mit Mobbing, wie auch mit (lebens-)bedrohlichen Situationen außerhalb der Schule auseinander 

 

In den Selbstverteidigungsübungen entdecken wir mögliche Wege aus der Ohnmachtssituation hin zur Handlungsfähigkeit. In den Schreibsessions zeichnen wir diese Wege literarisch nach und suchen Ausdrucksmöglichkeiten dafür. Dies kann auf der ganz persönlichen Ebene geschehen oder in fiktionaler Weise mit fantasiereichen Geschichten. Oder auch im übertragenen Sinne mit politischen, gesellschaftskritischen Texten. 

 

Alle Übungen - sowohl körperlich als auch literarisch - sind freiwillig. Wer sich nicht aktiv einbringen möchte, kann als Beobachter*in und Feedbackgeber*in mitwirken. Jede Person kann jederzeit in jeder Übung „Stopp“ sagen und aussteigen. Niemand, der*die nicht möchte, muss eigene Texte vorlesen oder zeigen. Wer nicht schreiben mag, kann malen, zeichnen, basteln... 

Für wen ist Fight & Write?

Kurze Antwort: für alle. Die Workshops sind barrierearm sowohl bei den körperlichen Voraussetzungen als auch beim Umgang mit Sprache und Schrift. Die Kampfkunstübungen setzen auf Technik statt auf Kraft und sind auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen umsetzbar. Ebenso lebt das Kreative Schreiben nicht von korrekter Orthografie oder einem großen Wortschatz, sondern von Fantasie und Einfühlungsvermögen. 

 

Alle Menschen ab 8 Jahren sind herzlich Willkommen. 

Wo findet Fight & Write statt?

Eine noch kürzere Antwort: Überall. Deutschland, Österreich, Schweiz. Wir kommen zu euch.

Wozu Fight & Write?

Corona, Krieg und Klimakatastrophe ... Laut der Sechsten Trendstudie „Jugend in Deutschland“ von Mai 2023 fühlen sich junge Menschen „wie in einem Dauerkrisenmodus“. Unter den 1.000 Befragten im Alter von 14 bis 29 Jahren geben 46% an, unter Stress zu leiden. Auch Erschöpfung (35%), Selbstzweifel (33%) und Gereiztheit (24%) sind Ausdruck der psychischen Belastung junger Menschen. Diese Werte sind im Vergleich zur mittleren und älteren Generation dramatisch höher[1].

Den unter 14-Jährigen geht es nicht besser. So betont der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland 2023, „dass Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft nur zu bewältigen sind, wenn man sich das subjektiv selbst zutraut. Selbstvertrauen und Zufriedenheit mit sich selbst sind bessere Ratgeber als Ängstlichkeit und Verzagtheit. [...] Kindliche Entwicklung braucht auch Spaß und Lebenszufriedenheit.“[2]
 
Menschen können sich als machtlos innerhalb von Systemen erleben: etwa in Staat und Wirtschaft, Schule und Familie; aber auch in ganz konkreten persönlichen Situationen: als Opfer von Mobbing, Rassismus, (sexualisierter) Gewalt. Im Laufe der Menschheitsgeschichte hat unsere Spezies zahlreiche (Kultur-)Techniken entwickelt, um aus Ohnmachtsgefühlen auszubrechen und Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Zwei sehr alte Techniken sind die Kampfkunst und die Kunst des Erzählens – beide sehr ursprünglich, aber auf den ersten Blick völlig verschieden. Genau das macht den Reiz von Fight & Write aus.
 
Bei Fight & Write erleben die Teilnehmenden sich selbst und andere mit Kopf, Herz und Hand: Gefühle und Erfahrungen werden von der körperlichen Wahrnehmung zu Worten, Geschichten, Gedichten transferiert - und umgekehrt. Der Workshop spricht alle Sinne an, fordert und fördert Körper, Geist und Seele.

[1] https://www.hertie-school.org/de/news/detail/content/sixth-youth-in-germany-trend-study-current-crises-affect-younger-people-more-than-older-but-there-is-no-generation-conflict
[2] https://www.unicef.de/_cae/resource/blob/339326/ae9e86519028efb77e1a35f561ec4d9b/unicef-studie-ein-versprechen-an-die-jugend-sperrfrist-14-9-11-uhr-data.pdf